Die unbequeme Wahrheit über Israels Handeln und die EU
Ex-Politiker warnen vor der Passivität der EU gegenüber Israels Vorgehen. Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen und deren Bedeutung für die internationale Politik.
Es war ein gewöhnlicher Mittwoch, als ich beim Kaffeetrinken einen Artikel über die neuesten Entwicklungen im Nahen Osten las. Der Text nunmehr verworren zwischen historischen Kontexten und politischen Ränkespielen, schien mir einen merkwürdigen Geschmack im Mund zu hinterlassen. Man kann den Konflikt nicht eindeutig verstehen, ohne in die Abgründe menschlicher Emotionen hinabzusteigen, und dennoch regte mich etwas an, das über die Ereignisse hinausging: die Rolle der Europäische Union.
Ex-Politiker, die sich erdreisten, in die Debatte einzugreifen, fordern lauthals, dass die EU nicht länger wegschauen dürfe. Und was für ein recht seltsames Schauspiel das ist. Da sitzt die EU, ein Gebilde, das sich selbst als Friedensstifter sieht, und beobachtet einen Konflikt, der seit Jahrzehnten tobt, als handele es sich um ein unfreiwilliges Theaterstück, bei dem man gezwungen ist, als unbeteiligter Zuschauer zu verweilen.
Das beeindruckende an dieser Aussage ist nicht die Forderung an sich, sondern die zugrunde liegende Impulsivität, die den Politikern zugeschrieben wird. Zu oft schimpfen wir über Politiker und ihre Entscheidungen, als würden sie in einem Vakuum leben, fernab der komplexen Realität, die wir alle zu ertragen haben. Doch was geschieht, wenn genau diese Ex-Politiker die Kappen der Verantwortung ablegen und die EU auffordern, endlich ihren moralischen Pflichten nachzukommen? Es ist beinahe komisch, wenn man darüber nachdenkt.
Ein Blick auf die Geschichte zeigt, dass die EU, mit ihren vielen Institutionen und Kommissionen, sich häufig in einem Zustand der Lethargie befindet, wenn es darum geht, ihre politischen Ideale zu verteidigen. Die Frage ist jedoch, ob diese Lethargie nicht vielleicht eine Form der Taktik ist, um einen Konflikt nicht weiter anzuheizen. Aber in welchen Punkten rechtfertigt sich eine solche Passivität? Wenn uns die Bilder aus Israel und Gaza wieder einmal schockieren, können wir nicht umhin zu sagen, dass eine solche Abwägung leicht auf der falschen Seite der Geschichte landen könnte.
Was also tun mit diesen Ex-Politikern, die sich mit aufgeregten Gesten aus den Halbstreifen der Vergangenheit zurückmelden und die EU in die Pflicht nehmen wollen? Vielleicht sollten sie sich fragen, welche Verantwortung sie selbst tragen. Was haben sie während ihrer Amtszeit konkret unternommen? Oft sind es die gleichen Akteure, die nun empört sind, die in der Vergangenheit schwiegen, um nicht den Zorn der Wähler zu erregen. Es ist verführerisch, im Nachhinein klug zu scheinen, während man gleichzeitig die Komplexität der Situation einfach abtut.
Doch auch wenn wir, wie so viele andere, die Absurdität des Geschehens betrachten, können wir nicht mit dem Finger auf andere zeigen, ohne uns auch selbst zu hinterfragen. Die EU hat in der Vergangenheit oft zögerlich agiert, aber was bedeutet das für die Zukunft? Der Ruf nach einer aktiven Rolle ist nicht nur ein Appell an die EU, sondern ein Zeichen an uns alle, über unsere eigenen Überzeugungen nachzudenken.
Wenn ich an diesem Mittwoch, beim Kaffeetrinken, die Stimme der Ex-Politiker hörte, dachte ich über die Verantwortung der EU nach und darüber, was es heißt, sich aktiv in ein Geschehen einzuschalten, anstatt nur zu beobachten. Die Frage, die unweigerlich aufkommt, ist, warum es uns so schwerfällt, uns in die Schusslinie der Verantwortung zu begeben. Die Politik ist durchzogen von komplizierten Mustern, aber vielleicht liegt der Schlüssel zur Lösung in einem grundlegenden Umdenken: Wie können wir ein aktives Handeln anstoßen, anstatt die Dinge laufen zu lassen, nur weil es einfacher scheint?